Hauptseite Personen Termine Gästebuch Links Impressum
Unsere Gemeinde
Einrichtungen
Jugend
Kirchenmusik

Unsere Gemeinde

 Stiftskirche                                                
Schildesche ist ein Stadtteil von Bielefeld und gut 300 Jahre älter als die Stadt selbst. 939 gründete die kinderlos gebliebene sächsische Adlige Marswidis als Witwe mit Einwilligung des Paderborner Bischofs nach 1050. Jub. dem Vorbild der Abtei Herford auf dem Gelände der heutigen Stiftskirche ein Damenstift, das zur Keimzelle einer Ansiedlung wurde. 1989 konnte das 1050 Jubiläum des Stifts mit einer ökumenischen Festwoche gefeiert werden.



Bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1810 hat es bestanden und war nach den konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformationszeit durch ein Edikt des Großen Kurfürsten sogar bikonfessionell, nämlich zu zwei Dritteln evangelisch und zu einem DrittelSiegel katholisch besetzt.

Aus dem ehemaligen Stift sind die Stiftskirchengemeinde und die katholische Pfarrei St. Johannes Baptist hervorgegangen. Beide blicken damit auf eine sehr lange Tradition zurück. Aber auch andere Gemeinden wie Theesen, Vilsendorf, Brake, Erlöser gehörten ursprünglich zum Stift und stehen damit ebenfalls in dieser Tradition.

1930 wurde Schildesche nach Bielefeld eingemeindet, hat aber noch viel vom ehemals dörflichen Charme mit schönen Fachwerkhäusern bewahrt.

Zur Stiftskirchengemeinde gehören seit dem Zusammenschluss mit der Thomaskirchengemeinde Anfang 2007 ca. 7.500 Gemeindemitglieder in drei Pfarrbezirken. Ihre Gottesdienste feiert sie in der Stiftskirche. Sie  unterhält ein Alten- und Pflegeheim und zwei Kindergärten (Gemeindehäuser, Altenheim und Kindergärten s. Einrichtungen)

Die Pflege der Kirchenmusik im gottesdienstlichen und konzertanten Musizieren auch sehr anspruchsvoller und großer geistlicher Werke (z.B. Bachs Weihnachtsoratorium, Händels "Messias", Mozarts Requiem, Mendelssohns "Lobgesang" und "Elias") sowie eine große Kinderchorarbeit sind für die Gemeinde charakteristisch. Ihr Posaunenchor wurde bereits 1870 gegründet und zählt damit zu den ältesten der Region.

Die gute ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Nachbarpfarrei St. Johannes Baptist und der ev.-methodistischen Gemeinde in Bielefeld ist ebenfalls hervorzuheben. Eine Partnerschaft mit der Gemeinde Kaulsdorf, früher Ostberlin, hat die Nachwendezeit lebendig überdauert. 

Im Gemeindehaus in der Johannisstraße finden viele Veranstaltungen statt. Ebenfalls treffen sich dort die zahlreichen Kreise und Gruppen der Gemeinde (s. Veranstaltungen). Das Angebot reicht von Mutter-und-Kind-Gruppen über die traditionellen Frauenhilfen über Glaubensgespräche verschiedener Art bis hin zu lateinischer Lektüre. Jährlich im Winter  kommt die Gemeinde mit ihren katholischen und methodistischen Mitchristen zu einer ökumenischen Bibelwoche zusammen. Ein anderer inhaltlicher Schwerpunkt ist das Theologische Grundlagenseminar im Herbst, eine Vortragsveranstaltung, die je nach ihrer Thematik bis zu 200 Besucher anzieht. In der Jugendarbeit hat es im Sommer 2004 einen Wechsel in der Leitung gegeben.

Als Reaktion auf die immer knapper werdenden Geldmittel durch Rückgang der Kirchensteuereinnahmen mussten bereits deutliche Einsparungen - vor allem bei der Wiederbesetzung von Personalstellen - vorgenommen werden. Aus dem selben Grunde kooperiert die Stiftskirchengemeinde seit 2004 ebenfalls mit der benachbarten Thomas-Kirchengemeinde, einer von den Tochtergemeinde, die früher zum Stift Schildesche gehörten. Eine Fusion beider Gemeinden ist angestrebt und ist am 1.Januar 2007 vollzogen worden. Die dadurch vergrößerte Gemeinde hat jetzt nur noch drei Pfarrstellen.

Offene Kirchen Die gotische Stiftskirche blickt auf eine lange Baugeschichte zurück. 939 begonnen und 960 Johannes dem Täufer und Maria geweiht, Mitte des 13. Jahrhunderts zu einem Gebäude mit kreuzförmigen Grundriss erweitert, verdankt sie ihre heutige Gestalt dem 15. Jahrhundert. Der Kirchturm aus dieser Zeit stürzte jedoch 1811 ein und wurde 1869 durch den jetzigen neugotischen Turm ersetzt. Eine Glocke von 1461, die älteste Bielefelds, blieb aber erhalten. 1996 wurde sie in der Karlsruher Glockengießerei um fünf neue Bronzeglocken ergänzt, welche seitdem die beiden 1922 nach dem Ersten Weltkrieg angeschafften Eisenglocken ersetzen. Diese sind seitdem auf dem Kirchplatz zur Erinnerung aufgestellt.

Das wertvollste Kunstwerk ist ein um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert vom sogenannten "Braunschweiger Madonnenmeister" geschaffenerJohannes der Taeufer spätgotischer Schnitzaltar. Er zeigt Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers - ihm ist die Kirche geweiht - und der Kindheit und Passion Jesu. Im großen Mittelfeld ist die Kreuzigung Jesu eindrucksvoll dargestellt. Auf der Rückseite sind gemalte Tafeln zu sehen, die leider nicht mehr vollständig und auch beschädigt sind.

Die Orgel der Stiftskirche wurde 1962 nach einer Disposition A. Schönstedts von der Orgelbaufirma A. Führer, Wilhelmshaven, erbaut. Sie entspricht dem norddeutschen barocken Orgeltyp; ihre 35 Register sind auf drei Manuale und Pedal verteilt.

Altar der Stiftskirche: Johannes der Täufer in der Wüste



Im Besitz der katholischen Kirchengemeinde befinden sich zwei wertvolle Kunstwerke aus vorreformatorischer Zeit, nämlich der 1286 entstandene Bertoldus-Kelch und eine Holzplastik Johannes des Täufers (um 1400).s

Bertoldus-KelchBertoldus-Kelch










Literatur und Medien:

Stiftskirche in Schildesche. Westfälische Kunststätten, Heft 24, 1983

Andermann, Ulrich (Hrsg.): Stift und Kirche Schildesche 939-1810, 1989

Pieper, Paul: Der Altar von Schildesche, 1981 (vergriffen)

Ravensberger Blätter, Heft 2, 1990; Themenheft Stift und Kirche Schildesche

Geschichtsabläufe. Historische Spaziergänge durch Bielefeld (hrsg. von Bernd Hey, Thomas Niekamp, Michael Veldkamp, Reinhard Vogelsang). Bielefelder Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte 7, 1990

CD: Kirchen in Schildesche - Glocken - Orgel - Chöre
West. Kunststätten
Stift + Kirche

CD Ravensberger Blätter